Jahr
2026
Kunde
Studienprojekt
Leistungen
Editorial & Print
Dauer
ein Semester

Modulschrift

Sieglinde entstand im Sommersemester 2026 im Kurs Modulschrift — und gleichzeitig als Schrift für eine Chronik über meinen Heimatort.

Ausgangspunkt war die Handschrift meiner Großmutter Sieglinde, festgehalten auf einer einzigen Geburtstagskarte. Sieglinde ist kein digitales Abbild ihrer Schrift, sondern ein Versuch, sie auf eine neue Weise festzuhalten — eine Form, in der ihre Handschrift und meine eigenen Züge durch die Digitalisierung und die Überführung in ein Modulsystem zusammenfließen.

Inspiriert vom Druck eines Kugelschreibers zeigt die Schrift eine subtile Strichvariation — spürbar genug um Wärme und Handgemachtes zu transportieren, zurückhaltend genug damit das Modulsystem funktioniert. Das Ergebnis ist eine verbundene Kursivschrift mit ausgeprägter Vorwärtsneigung: fließend, persönlich, zerbrechlich-schön. Charakteristisch sind zahlreiche Ligaturen wie ch, ck, ss und st, die den kontinuierlichen Schreibfluss durch ihre Verbindungen unterstreichen. Als Displayschrift entfaltet Sieglinde ihre Stärke vor allem in großer Anwendung.

Einige Glyphen existieren in einer ruhigeren Alternativvariante. Dieses System sorgt je nach Einsatz für mehr menschliche Variation — und hält die Schrift lebendig. Das Projekt umfasst den fertigen OTF-Font, ein Typoplakat in zwei Versionen sowie ein Specimen.

Sieglinde ist altmodisch und zugleich zeitgemäß, sanft, handgemacht und persönlich.

Schriftplakat

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