Kolonie – Das System Amesie
Im Rahmen meines Studiums an der New Design University St. Pölten entstand das Magazin „Kolonie – Das System Ameise“ als Semesterprojekt. Ziel war es, ein Magazin ausschließlich mit Text und Infografiken zu gestalten und dabei ein Thema zu wählen, das sich klar in den Sustainable Development Goals (SDGs) verorten lässt.
Die Grundlage des Projekts bildete eine detaillierte Beobachtung einer Ameisenfarm über mehrere Wochen. Ich dokumentierte präzise, wie viel Sand die Ameisen ausheben, wie sie Flüssigkeit aufnehmen und wie sich ihr Verhalten über die Zeit verändert. Auf Basis dieser Daten wurden alle Inhalte visuell aufbereitet: Diagramme, Illustrationen und typografische Experimente veranschaulichen die Abläufe und Strukturen im Ameisenalltag.


Besonderer Fokus lag auf einer klaren, verständlichen Informationsaufbereitung. Das Magazin verzichtet vollständig auf Fotografie und setzt stattdessen auf die Kraft von Grafik und Typografie, um komplexe Zusammenhänge spannend und nachvollziehbar zu vermitteln. Gleichzeitig zeigt das Projekt, wie natürliche Strukturen als Vorbild für Gestaltung und Organisation dienen können.
Durch die Verbindung von wissenschaftlicher Beobachtung, Infografikdesign und typografischer Präzision entstand ein visuell starkes, lehrreiches Magazin, das sowohl die Komplexität der Natur als auch die Möglichkeiten datenbasierter Gestaltung zeigt.
Blätter durch:
Prozessplakat
Das Prozessplakat zur Magazinproduktion Kolonie dokumentiert den vollständigen Entstehungsweg eines Projekts – von der ersten Idee bis zum fertigen Druckerzeugnis. Als gestalterisches Leitmotiv dient der Ameisenbau: Die Kammern und Gänge des Formicariums werden zur Metapher für einen Prozess, der nie linear verläuft, sondern sich verzweigt, verdichtet und wieder öffnet.
Die sieben Phasen – Themenfindung & Recherche, selbsterhobene Datensätze, erste Skizzen & Konzept, digitale Entwürfe, Modulraster & Layoutphase, Reinzeichnung & Korrekturen sowie Produktion & Abschluss – sind entlang des Ameisenbaus angeordnet und jeweils mit Fotos und kurzen Beschreibungen belegt. So entsteht ein ehrlicher Einblick in die Realität eines Gestaltungsprozesses: mit Umwegen, Testdrucken und handgebundenen Ergebnissen.
Besonders die selbsterhobenen Daten spielen dabei eine zentrale Rolle. Für das Magazin wurde eine Ameisenkolonie über vier Wochen hinweg beobachtet und vermessen – der ausgehobene Sand gewogen, der tägliche Verbrauch von Wasser und Zuckerwasser dokumentiert. Diese Messungen flossen direkt in die Infografiken ein und gaben dem Projekt eine Datengrundlage, die nicht aus bestehenden Quellen übernommen, sondern selbst erarbeitet wurde.
Stilistisch lehnt sich das Plakat direkt an das Magazin an – gleiche Typografie, gleiche Formensprache, Fotos bewusst in Schwarzweiß gehalten, damit das Plakat dem Magazin gegenüber nicht dominiert, sondern es ergänzt. Das Plakat ist damit kein nachträglicher Kommentar zum Projekt, sondern ein integraler Bestandteil davon.








